Der Gewerbeverein
28. August 2026

Ernährungsinitiative

Das Wichtigste in Kürze

Am 27. September 2026 kommt die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» zur Abstimmung vor Volk und Stände.

Die Vorlage: Die Initiative verlangt die Erhöhung des Netto-Selbstversorgungsgrades der Schweiz auf mindestens 70 Prozent (aktuell rund 46 Prozent). Dazu sollen Konsum, Handel und die einheimische Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtet werden. Zudem soll die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt werden.

Argumente dafür: Die Initiative stärkt die Ernährungssicherheit, erhöht die Krisenfestigkeit und schützt Böden, Biodiversität sowie Trinkwasser. Sie fördert eine nachhaltigere Landwirtschaft und reduziert die Abhängigkeit von Importen.

Argumente dagegen: Die Initiative ist nicht realistisch, da die Ziele innerhalb der gesetzten Fristen nicht erreichbar sind. Sie würde tiefe staatliche Eingriffe in Produktion und Konsum erfordern, die Tierbestände stark reduzieren und die Lebensmittelpreise erhöhen. Zudem wäre sie handelspolitisch riskant, administrativ aufwändig und teuer.

Position des Bundes: Der Bundesrat empfiehlt die Ablehnung der Initiative ohne Gegenvorschlag. Die Ziele seien zwar berechtigt, aber eine Verfassungsänderung sei weder nötig noch zielführend.

Empfehlung des Vorstands von Der Gewerbeverein: Der Vorstand empfiehlt die JA-Parole.

Die Stimmabgabe ist möglich bis am 04.09.2026.

 

Anleitung Online-Abstimmung

Bei unserer Online-Parolenfassung gibt es folgende Abstimmungsmöglichkeiten:

  1. Ja

    Wähle "Ja", wenn Du der Vorlage zustimmst und diese unterstützen möchtest.

  2. Nein

    Stimme mit "Nein", wenn Du die Vorlage ablehnst oder nicht damit einverstanden bist.

  3. Enthaltung

    Wähle "Enthaltung", wenn Du Dich weder dafür noch dagegen entscheiden möchtest. Eine Enthaltung wird gezählt, beeinflusst aber nicht direkt das Ergebnis von Ja- oder Nein-Stimmen.

  4. Stimmfreigabe

    Die Option „Stimmfreigabe“ bedeutet, dass du keine Empfehlung abgeben möchtest.


Bitte wähle für jede zur Abstimmung stehende Frage eine dieser vier Optionen aus.

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Überblick

Die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» wurde am 16. August 2024 eingereicht und kam mit den nötigen Unterschriften zustande. Sie verlangt die Erhöhung des Netto-Selbstversorgungsgrades der Schweiz auf mindestens 70 Prozent (aktuell rund 46 Prozent). Dazu sollen Konsum, Handel und die einheimische Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtet werden. Zudem soll die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt werden. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit zu stärken und die Nachhaltigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft zu verbessern.

Argumente der Befürworter:innen (Ja)

Ernährungssicherheit erhöhen: Die Initiative garantiert eine zuverlässigere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Trinkwasser, insbesondere in Krisenzeiten wie Lieferkettenunterbrüchen oder klimabedingten Ernteausfällen. Durch die Stärkung der inländischen Produktion wird die Abhängigkeit von Importen verringert und die Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber externen Schocks erhöht.

Krisenfestigkeit und Unabhängigkeit stärken: Die Schweiz würde weniger anfällig für globale Krisen wie Pandemien, Handelskonflikte oder Klimakatastrophen. Eine höhere Selbstversorgung bedeutet mehr Autonomie bei der Grundversorgung und reduziert die Risiken, die mit der Abhängigkeit von internationalen Märkten verbunden sind.

Umwelt- und Ressourcenschutz fördern: Die Initiative trägt zum Schutz von Böden, Gewässern und der Biodiversität bei. Durch eine stärkere Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel kann der ökologische Fussabdruck der Landwirtschaft reduziert werden. Zudem wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser langfristig gesichert, was angesichts des Klimawandels und häufigerer Trockenperioden immer wichtiger wird.

Nachhaltige Landwirtschaft vorantreiben: Die Initiative ermöglicht eine schrittweise Weiterentwicklung des Ernährungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit. Sie fördert eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen und unterstützt den Übergang zu einer klimafreundlicheren Produktion. Dabei wird betont, dass weder Fleischkonsum noch Tierhaltung verboten werden, sondern eine ausgewogene und zukunftsfähige Ausrichtung angestrebt wird.

Argumente der Gegner:innen (Nein)

Unrealistische Zielvorgaben: Die geforderte Erhöhung des Netto-Selbstversorgungsgrades von aktuell rund 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent innerhalb von zehn Jahren ist nach Ansicht des Bundesrates nicht umsetzbar, insbesondere bei gleichzeitiger Erreichung der Umweltziele. Die ambitionierten Vorgaben würden die Landwirtschaft vor kaum lösbare Herausforderungen stellen.

Massive staatliche Eingriffe: Die Umsetzung würde tiefgreifende Eingriffe in die Lebensmittelproduktion und den Konsum erfordern. Laut Bundesrat müssten die Tierbestände – insbesondere bei Schweinen und Geflügel – um fast die Hälfte reduziert werden, was die einheimische Tierhaltung stark beeinträchtigen würde.

Negative Folgen: Die Initiative würde zu höheren Lebensmittelpreisen führen und die Wahlfreiheit der Konsumenten:innen einschränken. Zudem wäre sie handelspolitisch riskant, administrativ aufwändig und teuer, was zusätzliche Belastungen für Wirtschaft und Verwaltung mit sich bringen würde.

Bessere Alternativen bereits in Arbeit: Berechtigte Anliegen werden bereits im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 berücksichtigt. Eine Verfassungsänderung sei daher weder nötig noch zielführend, da die Ziele auch ohne starre Vorgaben erreicht werden können.

Empfehlung des Vorstands

Der Vorstand von Der Gewerbeverein empfiehlt die JA-Parole.

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