Der Gewerbeverein
28. Januar 2026

Ja zur Klimafonds-Initiative - Lancierung eines offenen Briefs

Über die Ökologie hinaus: Warum der Klimafonds wirtschaftlich notwendig für die Schweiz ist

Nach der jüngsten Umfrage unter unseren Mitglieder steht das Ergebnis fest: 89 % unterstützen die Initiative für einen Klimafonds. Dieses Resultat ist nicht nur ein umweltpolitisches Signal, sondern auch eine klare wirtschaftliche Entscheidung. Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist der Klimafonds eine Schlüsselinvestition in den zukünftigen Wohlstand unseres Landes. 

Während sich die öffentliche Debatte oftmals in einer vermeintlichen Gegenüberstellung von Wirtschaft und Ökologie verliert, zeigt die Realität ein anderes Bild. Für die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden, ist die Transformation längst keine Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Mit der Lancierung eines offenen Briefes an sämtlichen wirtschaftlichen Entscheidungsträger verfolgt Der Gewerbeverein das Ziel, eine moderne und zukunftsgerichtete Vorstellung von Schweizer Souveränität zu stärken. 

Offener Brief unterzeichnen

Energiesouveränität als wirtschaftlicher Schutzschild

Die geopolitischen Spannungen der letzten Jahre haben die Verletzlichkeit der Unternehmen gegenüber der Preisvolatilität fossiler Energieträger deutlich gemacht. Wer von importiertem Öl und Gas abhängig bleibt, setzt sich unkalkulierbaren Kostenrisiken aus. 

Der Klimafonds ist das Instrument, um diese Abhängigkeit gezielt zu reduzieren. Durch Investitionen in lokale und erneuerbare Energiequellen sichern wir unsere Versorgungs- und Wertschöpfungsketten und stabilisieren die langfristigen Fixkosten der Unternehmen. Dies ist ein zentraler Beitrag zur Stärkung der nationalen Souveränität. 

Ein Wachstumsmotor für die Realwirtschaft: 0,5 bis 1 Prozent des BIP

Die Initiative sieht eine jährliche Investition von 0,5 und 1 Prozent (also rund CHF 4 - 8 Mrd.) des Bruttoinlandprodukts (BIP) in die Transformation vor, mit einem klaren Fokus auf die Stärkung der lokalen Wirtschaft: 

  • Energetische Sanierungen: Ein umfangreiches Auftragsvolumen für das Bau- und Gebäudewesen in der Schweiz.
  • Innovation: Stärkung von Start-ups, Ingenieurinnen und Ingenieuren, die Technologien für Energiespeicherung und Effizienz entwickeln.
  • Nicht verlagerbare Arbeitsplätze: Diese Investitionen schaffen Wertschöpfung vor Ort und sichern Arbeitsplätze in der Schweiz.

Planungssicherheit als Schlüssel für Investitionen

Unternehmerisches Handeln erfordert Verlässlichkeit. Der derzeitige politische Stillstand schafft jedoch Unsicherheit und hemmt Investitionen. Eine klare wirtschaftspolitische Richtung ist deshalb unerlässlich. Der Klimafonds schafft diese Verlässlichkeit. Er definiert einen klaren Pfad und ermöglicht es Unternehmen, Investitionen in Sanierung und Transformation langfristig zu planen – in dem Wissen, dass Infrastruktur und finanzielle Unterstützung verfügbar sind. 

Eine faire Transformation – damit keine KMU zurückbleiben

Eine unzureichend finanzierte Transformation birgt die Gefahr, dass sie insbesondere für kleinere Unternehmen zur Belastung wird. Ohne gezielte Unterstützung verfügen nur Grossunternehmen über die nötigen Ressourcen, um sich anzupassen. 

Der Klimafonds stellt sicher, dass zentrale Infrastrukturen – etwa Ladeinfrastrukturen, der öffentliche Verkehr oder Wärmenetze – allen Akteuren offenstehen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, damit Selbständigerwerbende und der Mittelstand an der Transformation teilnehmen können, ohne ihre wirtschaftliche Stabilität zu gefährden. 

Handeln, solange wir es selbst gestalten können

Untätigkeit verursacht versteckte Kosten, die den heutigen Investitionsbedarf bei weitem übersteigen. Ein weiteres Zuwarten würde bedeuten, künftigen Unternehmergenerationen eine kaum tragbare klimapolitische und wirtschaftliche Hypothek zu hinterlassen. 

Der Gewerbeverein ruft deshalb alle wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteure – Selbständigerwerbende, Führungskräfte und Unternehmensleitungen – dazu auf, den offenen Brief zu unterzeichnen. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für die Zukunft der Schweizer Wirtschaft.